Deutscher Segelflugverband e.V.

sailplane 872945 640Oskars Ausflug

Corona bedingt befindet sich Segelflieger Oskar im Homeoffice-Modus. Nach Erledigung seiner täglichen Aufgabe fährt er, allein, gegen Mittag zum Segelfluggelände seines Vereins. Die Wettervorhersage aller einschlägigen Dienste verheißt gutes Segelflugwetter und so hat er sich entschlossen, diese Gelegenheit zu nutzen und endlich mal wieder in die Luft zu kommen.

Auf dem Flugplatz ist sonst niemand, weil der Platz als Sportstätte wegen der Allgemeinverfügung der Bundesregierung geschlossen ist. Oskar braucht auch keine Hilfe, weil er über ein selbststartendes Segelflugzeug verfügt. Das kann er mittels seiner Aufbauhilfen allein aufrüsten. Über die Flugplatzschließung setzt er sich hinweg, er ist ja allein, baut das Flugzeug allein auf und ab, fliegt allein und fährt auch allein wieder nach Hause. Bei wem soll er sich da anstecken? Als er fertig ist, rollt er mit Motorhilfe autark zur Bahn und startet.

Rentner Mike wohnt unweit des Flugplatzes und sitzt bei dem schönen Wetter mit seiner Frau Juliet auf seiner Terrasse. Beide schauen von hier aus gerne dem Flugbetrieb zu. Mike kann die Aktivität von Oskar aus der Ferne beobachten und wundert sich darüber, weiß er doch, dass der Flugplatz eigentlich geschlossen ist. Als das Flugzeug dann auch noch startet, wird Mike ungehalten und fragt sich, wieso dieser Kerl seinem Freizeitvergnügen nach geht, während er selbst sich an die empfohlenen Maßnahmen hält und weitestgehend zu Hause bleibt. Ebenso die zwei Nachbarskinder aus dem ersten Stock, die nicht einmal einen eigenen Garten zum draußen Spielen zur Verfügung haben. Rentner Mike nimmt sich vor, in seiner Eigenschaft als ehrenamtlicher Kommunalpolitiker das Verhalten dieses Piloten bei der nächsten Stadtverordnetensitzung zur Sprache zu bringen und in Zukunft irgendwelchen Anträgen des Vereins sehr kritisch gegenüber zu stehen. Im ersten Stock erhebt sich großes Geschrei, die Kinder haben das Segelflugzeug starten gesehen und wollen zum Flugplatz, dürfen aber nicht und verstehen das Verbot nicht mit dem Argument, der Flieger sei doch auch …….

Das Wetter scheint sich doch nicht so zu entwickeln wie vorhergesagt, und so hört Rentner Mike nach einiger Zeit das Segelflugzeug, wie es mit Motorhilfe zum Platz zurückkehrt. Er beobachtet, wie der Motor eingefahren und der Landeanflug als Segelflugzeug durchgeführt wird. Als erfahrener Beobachter des Flugbetriebs fällt ihm auf, dass das Rad nicht ausgefahren ist. Ausgerechnet heute fängt Oskar zu hoch ab und das Flugzeug sackt heftig auf den schmalen Asphaltstreifen und kommt nach kurzer Rutschstrecke in einer weißen Rauchwolke zum Stehen.

In Mike steigt Schadenfreude auf, die jedoch schnell verfliegt, als er bemerkt, dass das Kabinendach zwar auf geht, der Pilot aber keine Anstalten macht, aus dem Flugzeug zu steigen. Mike war früher als Zivi beim Roten Kreuz und hat dort Rettungswagen gefahren. Er hat sofort den Verdacht, dass dem Piloten bei der harten Landung etwas passiert sei und ruft die 112 an, bevor er sich mit dem Fahrrad auf den Weg zum Flugplatz macht.

Oskar klagt über heftige Schmerzen im Rücken und kann sich kaum bewegen. Der Notarzt vermutet eine Wirbelsäulenverletzung und ordnet an, den Piloten vorerst im Flugzeug sitzen zu lassen. Er verständigt die Feuerwehr zur Bergung und fordert einen Hubschrauber an.

Alle Helfer kommen sich bei der Rettungsaktion für Oskar sehr nahe. Der Notarzt, die beiden Sanis, die Feuerwehrleute, die Hubschraubercrew und nicht zuletzt Rentner Mike. Trotz Abstandsempfehlung, es geht eben nicht anders. Die Helfer sind wenig begeistert von Oskars Aktion und bringen dies auch klar zum Ausdruck. Oskar ist schwer verletzt, aber der Hubschrauberarzt sagt, für solche Kinkerlitzchen hätten sie derzeit eigentlich auf der Intensiv keinen Platz.


DSV – Covid-19-Pandemie

Liebe Segelflieger*innen,

es fällt uns allen schwer, nach der langen Winterpause nicht in die Luft zu kommen. Besondere Umstände erfordern jedoch besondere Maßnahmen. Die Einschränkungen unserer persönlichen Freiheiten sind massiv und einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik. Dennoch beurteilt der Vorstand des DSV die Verordnungen der Bundesregierung und der Landesregierungen als sinnvoll und gerechtfertigt. Vielleicht hätten sie noch ein bisschen früher kommen können. Die Auswirkungen eines anfänglich allzu sorglosen Umgangs mit dem Virus zeigt sich derzeit in den USA.

Auch ein Blick auf den Süden Europas erschreckt und unsere Solidarität ist mit den vielen Menschen in den betroffenen Ländern. Unsere Gedanken sind auch bei den vielen Fliegerfreunden in Frankreich, Italien, Spanien und den anderen betroffenen Ländern. Lasst uns hoffen, dass die bei uns getroffenen Maßnahmen das Allerschlimmste verhindern und wir für jeden schwer Erkrankten ein Bett auf der Intensivstation verfügbar haben.

Wir müssen gemeinsam verhindern, dass durch Aktionen wie die von Oskar der Einsatz aller Helfer reduziert wird. Ihr haltet das oben geschilderte Szenario für übertrieben? Am 18.03.2020 (also zwei Tage nach Inkrafttreten der Allgemeinverfügung) gab es bei den Gleitschirm- und Drachenfliegern vier Unfälle, bei denen der Einsatz von Bergwacht und Hubschraubern zur Rettung der Piloten erforderlich war. Die Retter waren wirklich ‚not amused‘. Unser Kooperationsverband DHV hat richtig reagiert und danach sofort alle Startplätze stillgelegt.

Noch eine Bitte: Sucht nicht nach juristischen oder sonstigen Schlupflöchern. Das Starten auf Flugplätzen mit selbststartenden Segelflugzeugen mag aus eurer Sicht nicht dem Versammlungsverbot und der Schließung von Vereinssportstätten unterliegen. Dennoch gilt: Startende und landende Segelflugzeuge sind weithin sichtbar. Was sonst bei der bodengebundenen Bevölkerung als Besonderheit Aufmerksamkeit und vielleicht sogar Bewunderung erregt, wirkt in Zeiten der persönlichen Einschränkungen eigensüchtig und damit für den Segelflugsport kontraproduktiv. Insbesondere bei Flugplatzgegnern, die uns derzeit vielleicht besonders aufmerksam beobachten.

Im kleinen Maßstab kann man der derzeitigen Situation aber auch etwas Gutes abgewinnen. Es bleibt eine Menge Zeit, sich mit den neuen Lufträumen, Sektorenregelungen, mit Fragen der flugbetrieblichen Sicherheit, mit der Technik und sonstigen segelfliegerischen Themen zu beschäftigen. Damit sind wir dann gut gerüstet, wenn es wieder heißt: „Delta 1234, abflugbereit!“

Stark bleiben, zu Hause bleiben, gesund bleiben.

Darum bittet Euch der Vorstand des DSV

03.04.2020

Eta in Namibia

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