Deutscher Segelflugverband e.V.

dfs

Die DFS führt zurzeit die alljährliche Luftraumanalyse durch und wertet unter anderem die der APEG gemeldeten Vorfälle aus 2023 aus.

Vorbehaltlich des Abschlusses der Analyse ist festzustellen, dass eine sehr hohe Anzahl der dort gemeldeten Vorfälle unter anderem in einen direkten Zusammenhang mit der Nicht-Anwendung der TMZ-Verfahren durch VFR-Piloten gebracht werden kann.

Da die VFR-Flugsaison gerade beginnt, bittet der DSV und die DFS, die Luftraumnutzer über die zur Verfügung stehenden Medien über die Anwendung der TMZ-Verfahren zu informieren um somit eine höhere Sensibilisierung für das Thema schaffen zu können.

Das NfL zu den TMZ-Verfahren sagt dazu Folgendes::

NfL 2023-1-2700 vom 23.03.2023
Regelung für Flüge nach Sichtflugregeln bei einem Flug durch Gebiete mit festgelegter Transponderpflicht (TMZ)

  1. In der Umgebung von einigen IFR-Flugplätzen sind Gebiete mit einer Verpflichtung zur Transponderschaltung (Transponder Mandatory Zone - TMZ) festgelegt.
  2. Für alle TMZs (ausgenommen die TMZ Egelsbach, da diese zusätzlich auch als Radio Mandatory Zone (RMZ) ausgewiesen ist) ist ein Transponder-Code und eine zugehörige Frequenz für eine Hörbereitschaft festgelegt und auf der ICAO- Karte 1:500.000 veröffentlicht.
  3. Während des Aufenthaltes in der TMZ besteht die Verpflichtung, den veröffentlichten Transponder-Code zu schalten und auf der veröffentlichten Frequenz Hörbereitschaft zu halten.
  4. Wenn sich der Luftfahrzeugführer vor Einflug in die TMZ auf einer Frequenz des Fluginformationsdienstes (FIS) befindet, kommt das folgende Verfahren zur Anwendung:
    Der Luftfahrzeugführer meldet das Verlassen der FIS-Frequenz und ändert seinen Transponder-Code auf den in der ICAO-Karte enthaltenen Transponder Code und muss Hörbereitschaft auf der in der ICAO-Karte veröffentlichten Frequenz halten.

Nach dreijähriger Pause fand am ersten Samstag im Februar wieder das traditionelle „Frankfurter Gespräch“ statt. Veranstalter war der „Arbeitskreis Luftraum Frankfurt“ (ALF) und etwas mehr als 80 Teilnehmer besuchten die Veranstaltung, für die die Akademische Fliegergruppe Frankfurt wieder als hervorragende Gastgeber auftrat. Den Teilnehmern aus drei Landesverbänden (Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz), wurde vom Veranstalter Thomas Liebert eine interessante Agenda geboten, in der auch drei Repräsentanten der Deutschen Flugsicherung DFS mit Vorträgen Beiträge leisteten. Der Schwerpunkt dieser Veranstaltungsreihe ist immer das Thema Luftraum. So gab es außer den lokalen Themen auch einen Überblick über die bundesweite Entwicklung der Luftraumsituation. Dies wurde beispielhaft dargestellt von Thomas Liebert, der nicht nur Sprecher des ALFs ist, sondern auch in seiner Funktion als Regionalvertreter Mitte und Vorsitzender des DSV Ausschuss Unterer Luftraum in der jährlichen Luftraumabstimmung mit der DFS und dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) an der bundesweiten Luftraumplanung mitwirkt.

Das Schwerpunktthema an sich ist die Veränderung des Frankfurter Luftraums , wie wir sie ab dem 21.März 2024 in der neuen ICAO Karte sehen werden. Der Frankfurter Luftraum überspannt nicht nur die drei o.g. Bundesländer, sonders ist auch anerkannt kompliziert und sensibel.

Hierzu hatte der DFS Mitarbeiter aus dem Bereich Safety Management Tower Frankfurt einen sehr interessanten Vortrag vorbereitet. Da die Gestaltung des inneren Bereichs des Frankfurter Luftraums noch aus den 50er Jahren stammte und auch nicht den sonst üblichen Kontrollzonen entsprach, war hier seit längerer Zeit schon Handlungsbedarf. Außerdem waren Konflikte mit den über der Großstadt Frankfurt und der stetig gewachsenen Skyline geltenden Sicherheitsmindesthöhen beim Überfliegen der Stadt vorprogrammiert. Maßnahmen des Regierungspräsidiums Darmstadt und das Ahnden von Verstößen waren die Folge. Diese Konflikte können nun umgangen werden, indem die Kontrollzone um 1.000 ft. angehoben wird und eine ringförmige Umwandlung des Luftraums C für den Bereich 1.500 bis 2.500 ft. in Luftraum D (nicht CTR) erfolgt. Siehe Bilder vorher/nachher, Änderungen der seitlichen Grenzen wird es nicht geben.

 
 2

Wie anschließend von einem DFS Mitarbeiter aus dem Bereich Luftraum und Verfahren DFS Langen dargestellt, wird es wegen der Zunahme des IFR Aufkommens eine Erhöhung des Eckwertes der Starts und Landungen pro Stunde von 94 auf 104 geben. Darum ist eine erneute (siehe 2020) Absenkung des Luftraums C im nordwestlichen Bereich um Stromberg von Flugfläche 65 auf 4.500 ft. AMSL - so beantragt durch die DFS - aus betrieblichen Gründen erforderlich. Da dies im Übergangsbereich vom Taunus in den Hunsrück liegt, gab es sehr starken Widerstand seitens der Luftsportler. Das Ministerium entschied sich nach genauer Abwägung, diese Maßnahme jetzt einzuführen, im laufenden Jahr aber die Notwendigkeit sehr genau zu überprüfen.

Sektorenkarte 2020Eine Folge der Luftraum C Änderung wird die Wiedereinführung eines Segelflugsektors Stromberg verwaltet vom Koordinator Mainz sein. Da der Luftraum nur bei Betrieb der Landerichtung 07 und bei dichtem Verkehr benötigt wird, ist mit einer Öffnung des Sektors mindestens bei 25 Betrieb zu planen.

Im Folgenden wurden auch die Statistiken zu der letztjährigen Öffnung der Segelflugsektoren vorgestellt. Das Verfahren verlief reibungslos und die Freigabepraxis seitens der DFS war im Jahresrückblick von allen Koordinatoren gelobt worden.

Weitere Änderungen in unserem Nahbereich gibt es auch bei den militärischen ED-R 116 Baumholder und 134 Wildflecken, die wir in Zukunft mit anderer räumlicher Ausdehnung zu beachten haben.

Als weitere wichtige Neuerung in einem komplexen Thema stellte Thomas Liebert die Einführung einer neuen Verwaltungsvorschrift vor. Der bisherige „Luftraumkriterienkatalog“ des BMDV wurde am 18.1.2024 durch den neuen „Leitfaden zur Luftraumplanung in Deutschland“ ersetzt. Hierzu hatte das Ministerium 2020 eine Arbeitsgruppe eingesetzt. In mehr als 50 Sitzungen wurde die neue Vorschrift erarbeitet und dabei flossen nicht nur die guten Erfahrungen des existierenden Luftraumkriterienkatalogs ein, es wurden auch Änderungen von gesetzlichen Vorschriften, neue Luftraummodule und insbesondere der Ablauf der Luftraumplanung definiert. Die langjährige Erfahrung des DSV Luftraumteams hat bei der Mitwirkung eine entscheidende Rolle gespielt und so konnte ein klarer Ablaufplan für die Beantragung, Einführung, Änderung oder Abschaffung von Lufträumen, sowie das Monitoring und die Evaluierung der Maßnahmen geschaffen werden. Ein Projekt, in dem die gute Zusammenarbeit zwischen den Luftraumnutzern (Luftsport, Allgemeine und Kommerzielle Luftfahrt, Flugsicherungsdiensten) und den Entscheidern im Ministerium zum Ausdruck kommt. Wichtig ist für uns Luftsportler, dass wir als gleichberechtigte Partner im Luftraum anerkannt werden.

Mit einem Dank an die gastgebende Akaflieg Frankfurt, an die Vertreter der DFS und an das interessierte Publikum und auch mit guten Wünschen für eine konfliktfreie Saison 2024 endete die Veranstaltung.

Thomas Liebert

Sprecher Arbeitskreis Luftraum Frankfurt und AUL-L Regionalvertreter Mitte

bmdvAm 18. Januar 2024 wurde der neue „Leitfaden zur Luftraumplanung“ vom Referat Flugsicherung im BMDV als Verwaltungsvorschrift in Kraft gesetzt.

Alle Anpassungen und insbesondere die Planung des Luftraums für 2025 wird auf dieser Grundlage bearbeitet.

Bei Fragen könnt ihr euch an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wenden. Solltet ihr zu dem Thema vor der Saison 2024 noch Fortbildungsmaßnahmen planen, können wir – bei terminlicher Abstimmung und Verfügbarkeit – dazu Referenten aus dem Bereich Luftraum im DSV zur Verfügung stellen.

Zudem planen wir absehbar dazu eine Präsentation und Hinweise zu den Neuerungen im Rahmen unserer Reihe „DSV im Dialog“.

koopimluvd

Der Leitfaden ist zudem auf der Webseite des Bundesministeriums für Digitales und VerkehrBundesministeriums für Digitales und Verkehr zu finden.

dsv10a blauNach einer pandemiebedingten Pause wird am 3. Februar 2024 wieder ein Frankfurter Gespräch zwischen der Deutschen Flugsicherung DFS und den Luftsportlern aus dem Großraum Frankfurt stattfinden.

Der Austausch zwischen Luftsport, der DFS und der kommerziellen Fliegerei ist uns wichtig. Dies findet traditionell nach dem Abschluss der Abstimmungsgespräche im Herbst/Winter und den vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr im Dezember getroffenen Festlegungen für den Luftraum im Folgejahr statt. Das Verständnis der jeweiligen Betriebsabläufe, der Randbedingungen und der möglichen Restriktionen in den jeweiligen Metiers bei der gemeinsamen Nutzung des Luftraums ist seit vielen Jahren unser Thema. Eine Erhöhung der Flugsicherheit durch Informationskampagnen ist unser Ziel. Aber auch der Erhalt des für unsere Sportarten nutzbaren Luftraums bestärkt unser Handeln.

Das Frankfurter Gespräch mit einer Vielzahl von Themen wird auch im Jahr 2024 wieder für uns Flieger wichtige Punkte aufgreifen:

  • Rückblick und Überblick– was war 2023 im deutschen Luftraum
  • Änderungen von Regularien, die den Luftraum betreffen
  • Neuerungen in der Luftraumstruktur an einigen beispielhaften Standorten und natürlich in Frankfurt, wo es gute, aber leider auch für uns schlechte Neuerungen geben wird. Hierzu werden auch Referenten der DFS vortragen.
  • Die Folgen für die Segelflug Sektorenregelung in Frankfurt

und außerdem Fragen von Euch, die wir auch gerne an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! vorab entgegennehmen.

Natürlich sind auch wieder alle aufwind- und die motorgetriebenen Sportarten eingeladen.

Wir freuen uns auf Euer Kommen.

Thomas Liebert
Sprecher Arbeitskreis Luftraum Frankfurt (ALF)
Regionalvertreter Mitte AUL-Luftsport im DSV

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Weitere Informationen unter Datenschutzerklärung.